5. Dezember 2016

Was wir vom Abgasskandal lernen können

Es war einmal der 18. September 2015, an diesem Tag wurde von der US-Umweltbehörde (Environmental Protection Agency) der VW Abgasskandal aufgedeckt. Was bis dahin für unmöglich gehalten worden ist, da dies höchsten von Umweltaktivisten zum damaligen Zeitpunkt als gravierendes Problem erkannt worden ist. Der renommierte deutsche Autokonzern Volkswagen (VW) zu dem auch andere Automarken wie Audi, Porsche, Seat und Skoda gehören wurde als einer der ersten Autokonzerne beim Schummeln an den Abgasrichtlinien erwischt. Dies hat einen enormen Schaden und Reputationsverlust mit sich gebracht und die Aktie des Konzerns hat daraufhin um einiges an Wert verloren. Die VW Aktie ist gegenwärtig immer noch weit unter dem, was sie vor dem Abgasskandal hatte.

vw-aktie-2015
VW Aktie im Sinkflug, Herbst 2015

Mittlerweile pendelt sich die VW Aktie bei ca. CHF 130.- ein. Ob und wie sich der VW Konzern aus dieser Situation befreien wird ist weiterhin nicht erkennbar, so geben Analysten an, dass mit ca. 20 bis 25 Milliarden Euro Gesamtkosten zu rechnen ist. Es gibt auch noch andere Hochrechnungen, die an die 30 Milliarden Euro Marke herangehen. So oder so ist aus diesem Skandal wieder einmal klar geworden, dass sich Manipulation nicht lohnt und es am Ende dem Konzern viel teurer kommt, als er durch Einnahmen aufgrund der höheren Verkaufszahlen von Dieselfahrzeugen eingenommen hatte. Grundsätzlich ist es zugleich schockierend, dass ein Konzern in dieser Grösse und mit einer so hohen Verantwortung gegenüber der Umwelt sich überhaupt dazu entschlossen hat, mit solch einer Strategie zu fahren.

Es ist und bleibt ein Rätsel wie sich der VW Konzern dazu verleiten lassen konnte mit einer derart dreisten Manipulation an den Abgaswerten auf dem Markt aufzutreten. Entweder wusste vom Top-Management wirklich niemand Bescheid und es war eine Riesenüber-raschung oder man war sich viel zu sicher, dass es keine Konsequenzen haben wird. So hat man in den USA noch mit einem Werbeclip geworben, indem sich ältere Damen über Dieselautos unterhalten und dabei feststellen, wie sauber die neuen Dieselmotoren im Jahr 2015 geworden sind.

Die nächsten Jahre werden von daher zeigen, inwieweit die Automobilindustrie ihren Verpflichtungen gegenüber der Umwelt nachkommen wird oder ob es weiterhin nur Schall und Rauch ist, was in den Hochglanzbroschüren veröffentlicht wird. Eigentlich stehen wir ja auch schon wieder vor dem nächsten Skandal, wenn man sich einmal die Treibstoffver-brauchswerte ansieht. Dies wurde bereits 2013 in diversen Medien veröffentlicht, wie Sie hier im Online-Artikel der Zeit nachlesen können. Auch hier müssen die entsprechenden Tests angepasst werden und die Verbrauchszahlen nach oben korrigiert werden, damit diese der Wirklichkeit entsprechen und sich der Kunde ein reales umfassendes Bild machen kann.

Unser Fazit ist, dass solche Manipulationen ob in der Autoindustrie oder in anderen Industrien mittel- resp. langfristig aufgedeckt werden und dass es sich von daher für niemanden rentiert. Ganz im Gegenteil der Reputationsverlust und die Gesamtkosten für Strafzahlungen sind um einiges höher als der damit erzielte Umsatz und es bleibt zu hoffen, dass viele Unternehmen die ähnliches auf dem Markt anstellen, dadurch abgeschreckt werden.

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